SVZ, Artikel vom 10.02.2003
Firmenchef will Teamarbeit und Zusammenhörigkeitsgefühl stärken
Lützow Manche Firmenchefs kommen auf die abenteuerlichsten Ideen, um Zusammenhalt
und Teamarbeit in einem Unternehmen zu stärken. Der Lützower Bert Wigger setzt auf
Ostfriesensport in Mecklenburg: Klootschießen.
Immobilien verkaufen, Inventar Pleite gegangener Betriebe versteigern - das zählt eigentlich
zu den Aufgaben, die Mitarbeiter der Lützower Wigger Immobilien GmbH und Auktionen GmbH zu
erledigen haben. Klootschießen gehört nicht dazu.
Doch genau das stand bei einem Betriebsausflug am Wochenende auf dem Programm. Und so absolvierten
die zehn Angestellten nebst Partner einen Wettkampf im Ostfriesensport - um den Zusammenhalt zu
stärken. "Denn Teamgeist will auch gelebt werden", so die Begründung.
Wettkampfort war der Weg zwischen Lützow und Rosenow. Wettkampfgerät je Team eine abgeflachte
Hartholzkugel. Diese Kugel musste jedes Team vom Startort Lützow bis Rosenow werfen oder rollen.
Gewonnen hatte das Team, das die wenigsten Würfe benötigte.
Seinen Ursprung hat das Klootschießen - auch Kloatscheeten genannt - im fernen Ostfriesland.
Schon seit Jahrhunderten "bombardieren" die Ostfriesen dort ihren Deich mit Klootkugeln. Statt
Hartholzkugeln schmissen sie früher mit Erdklumpen (Kluten), schweren Flint- oder zweipfündigen
Eisenkugeln um sich. Ob jemals Wettkämpfer oder Zuschauer getroffen oder gar verletzt wurden,
ist nicht bekannt.
Fest steht: Viele der damaligen Teilnehmer brauchten dennoch Hilfe. Denn es soll, so ist überliefert,
wahre Saufgelage während des Klootschießens gegeben haben... Konsequenz: Fürst Friedrich August
ließ den Ostfriesensport im Jahre 1755 verbieten. Niemand hielt sich dran. Der Volkssport ging weiter.
Nun könnte das Klootschießen in Mecklenburg populär werden. Das lassen zumindest Aussagen der
Lützower Wettkämpfer erahnen. Die fanden das Spektakel nämlich richtig toll und wollen es im
nächsten Jahr wiederholen. Vielleicht endet es ja dann nicht mit einem Unentschieden von
36:36 Würfen. Michael Schmidt

Mann gegen Frau - auch Stefan Müller und Janine Grohmann traten gegeneinander an.
Foto: Michael Schmidt