Usedom Kurier - Insel-Zeitung, Artikel vom 16.08.2004
Usedom (uq). Auf dem nicht ganz alltäglichen Weg einer Versteigerung haben die
Stadt Usedom und die Gemeinde Rankwitz Käufer für mehrere Häuser und unbebaute Grundstücke gesucht
– und größtenteils gefunden. Von den 13 Angeboten, die Auktionator Bert Wigger am Sonnabend in der
Aula der Usedomer Schule unter den Hammer brachte, haben nun immerhin neun einen neuen Eigentümer.
Der Verkauf wurde nämlich gleich an Ort und Stelle abgewickelt, einschließlich der notariellen
Beurkundung.
Auf der Auktionsliste standen neben solchen Angeboten wie einem sanierten und voll vermietetem
Mehrfamilienhaus in Usedom (Mindestgebot: 80000 Euro) oder dem leer stehendem ehemaligen Ferienlager
in Krienke (70000 Euro) auch Immobilien wie ein unbebautes Grundstück in Welzin für 1000 Euro.
Dennoch gab es teilweise überraschende Ergebnisse. Einige Offerten erwiesen sich als so begehrt,
dass die Bieter den Preis auf ein Mehrfaches des Mindestgebotes trieben. Für besagtes Grundstück
in Welzin beispielsweise erst bei 8500 Euro. Das Usedomer Mehrfamilienhaus hingegen ging „nur“
für das Mindestgebot weg. Für das Krienker Gutshaus (50000 Euro) fand sich überhaupt kein Interessent.
Trotzdem zeigten sich am Ende sowohl der Auktionator als auch die Usedomer Bürgermeisterin Anette
Zeng sehr zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn der städtische Haushalt damit bestimmt nicht zu
sanieren ist, wie die Rathauschefin einräumte. Das sei allerdings auch nicht das vorrangige Ziel gewesen.
Vielmehr sei es darum gegangen, Objekte, deren Bewirtschaftung für die Stadt sehr aufwändig ist,
in private Hände zu geben, erläuterte Zeng. Dazu habe es auch im Vorfeld schon verschiedene
Anläufe gegeben, die jedoch kaum Erfolg hatten. Insofern sei die Auktion eine gute Idee gewesen.
Sie könnte sich künftig sogar eine inselweite Immobilienversteigerung vorstellen; das wäre dann
auch für die beteiligten Kommunen günstiger.