OZ vom 16.08.2004
Immobilien-Auktion in Usedom erfolgreich – Neun von 13 Objekten versteigert
Usedom Ein ganzer Teil der etwa 100 Gäste der Immobilien-Versteigerung am
Sonnabend in Usedom verfolgte das ungewöhnliche Geschehen in der Aula offenbar lediglich
als Zuschauer. Spannung lag in der Luft, bevor Auktionator Bert Wigger erstmals zum Hammer
griff und das erste Angebot ausrief: ein zweigeschossiges Wohnhaus in Usedom, Swinemünder Straße 1
zum Mindestgebot von 30 000 Euro. Das um 1880 gebaute Haus, in dem vier Mietparteien wohnen,
wollte allerdings niemand. Und so machte Wigger eben weiter.
Die von manchen Beobachtern vielleicht erwartete Bieterschlacht um eine der insgesamt 13
angebotenen Immobilien blieb am Sonnabend aus. Dennoch verfolgten allen Anwesenden das Geschehen
mit großem Interesse. Am Ende waren fünf der insgesamt acht Objekte, die im Auftrag der Stadt Usedom
zur Versteigerung freigegeben waren, an den Mann gebracht.
Die angebotenen Immobilien der Gemeinde Rankwitz gingen besser; hier wechselten vier von
fünf den Besitzer. Erfolgreich versteigert wurde zum Beispiel das ehemalige Ferienlager in der
Krienker Dorfstraße, das zum Mindestgebot von 70 000 Euro wegging. Hingegen erwies sich das
frühere Gutshaus von Krienke, das zum Mindestpreis von 50 000 Euro ausgerufen wurde, abermals
als Ladenhüter.
Bert Wigger, der die Auktion recht routiniert innerhalb einer Stunde über die Bühne brachte,
zeigte sich anschließend mit dem Ergebnis zufrieden. „Neun von 13 Immobilien verkauft,
das ist ein guter Schnitt“, fand er. Auch Usedoms Bürgermeisterin Anette Zeng freute sich
über den Verlauf und das Resultat der bisher auf Usedom einzigartigen Auktion.
Zum Teil, so gestand Anette Zeng, seien die Immobilien unterhalb ihres Verkehrswertes angeboten
worden. „Aber allein aus wirtschaftlichem Aspekt eine solche Versteigerung durchzuführen,
wäre sehr kurzsichtig“, erklärte sie. Die Stadt wäre mit der weiteren Bewirtschaftung der
Objekte zu stark belastet gewesen. Bei den angebotenen Immobilien habe es sich um Fälle gehandelt,
„wo wir sagen, wir können das nicht länger bewirtschaften wie zum Beispiel ein Privater, der unter
Umständen die anfallenden Sanierungskosten steuerlich absetzen kann.“
Es gehe also nicht um schnellen Gewinn durch den Verkauf des Tafelsilbers der Stadt, sondern
um das Anschieben von Investitionen und das Anlocken von Einwohnern. Laut Ansicht von Annette Zeng
ließen sich Auktionen dieser Art noch effektiver und attraktiver umsetzen,
wenn sich alle Kommunen der Insel zusammenschließen und entsprechende Immobilien gemeinsam
anbieten würden. TOM SCHRÖTER