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Nordkurier, Artikel vom 12.07.2006

Röbeler Häuser bald unter dem Hammer

Von Petra Konermann

Röbel. "Schnäppchen ja, aber die Objekte werden nicht verschleudert." Für den Auktionator Andreas Konen von der Wigger Auktionen GmbH in Lützow ist wichtig, jeden Anschein von Ausverkauf am Versteigerungstag zu vermeiden. Denn schließlich, so betont auch Joachim Markner, Leiter des Amtes Zentrale Dienste im Amt Röbel-Müritz, gehe es bei dieser Versteigerung keineswegs um das Auffüllen der momentan immer noch gebeutelten Stadtkasse. Vielmehr fließt der erhoffte Erlös aus der Versteigerung in den treuhänderischen Sanierungsfonds der Stadt Röbel. „Denn wir sind der Überzeugung, dass Bürger als Eigentümer sich für ihren Besitz einsetzen, sprich sanieren“, erklärt Joachim Markner. In der Vergangenheit seien viele Häuser im Sanierungsgebiet der Stadt verschönert worden. "Vor allem auch die privaten Besitzer haben dafür gesorgt, dass die Stadt mit ihren bunten Häusern ein völlig neues Gesicht bekommen hat", meint der Amtsleiter.
Die Idee zu dieser doch ungewöhnlichen Auktion hatten Verwaltung und der treuhänderische Sanierungsträger der Stadt, die BIG Städtebau, um gerade "im Sanierungsgebiet vorwärts zu kommen", meint Andreas Barth von der BIG Städtebau. Insgesamt 16 Immobilien kommen Ende August unter den Hammer. Das günstigste Gebäude soll mit 3000 Euro in die Auktion starten, das teuerste mit 160 000 Euro. Dabei handelt es sich um das älteste Haus der Stadt, das bereits vor einiger Zeit eine Schönheitskur bekommen hat, eben um Käufer anzulocken – bislang jedoch vergebens, wie das bei vielen der nun angebotenen Objekte der Fall ist.
Grundlage für die angesetzten Startpreise sind, nach Aussagen von Auktionator Andreas Konen, die Verkehrswertgutachten. "Ich würde sagen, die Preise liegen nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig. Und wenn jemand ein Haus zu einem Mindestgebot bekommen kann, dann könnte man auch von Schnäppchen sprechen", ist der Auktionator überzeugt. Wer sich jedoch die Exposés zu den einzelnen Häusern genau anschaut, dem wird deutlich, dass es mit dem Kauf eines Hauses nicht getan ist. Viele der Objekte bedürfen der Sanierung. Und so fehlt bei keiner Haus-Beschreibung der Hinweis, dass sich der Käufer mit dem Abschließen des Kaufvertrages gleichzeitig verpflichtet, sein Haus in Abstimmung mit der Stadt zu sanieren und zu modernisieren. "Denn uns ist ja daran gelegen, dass wir mit der Stadtsanierung vorwärts kommen", betont Joachim Markner.
Auktionator Andreas Konen freut sich unterdessen schon auf den Versteigerungstermin. "Ich bin verhalten optimistisch, dass wir möglichst viele Objekte an den Mann oder die Frau bringen können. Denn Röbel hat ein starkes touristisches Umfeld, da bin ich mir sicher, dass die Versteigerung nicht nur für Röbeler interessant ist", meint er. Damit finanzkräftige Käufer von der Röbeler Auktion auch erfahren, werde durch Veröffentlichungen in Berliner und Hamburger Medien auf den Termin Ende August aufmerksam gemacht. Das Wigger-Auktionshaus verstehe sich als Dienstleister für die Stadt Röbel und habe bereits Erfahrungen mit ähnlichen Auktionen in anderen Städten sammeln können, erklärt Konen. So haben zum Beispiel die Städte Parchim, Plau, Goldberg oder auch die Stadt Usedom auf diese Weise stadteigene Häuser veräußern können.
Andreas Konen betont, dass er nicht erfolgsabhängig an dem Erlös der Versteigerung beteiligt ist, sondern nach einem festen Tagessatz den Hammer schwingen wird. „Nichtsdestotrotz ist es natürlich mein Bestreben, die Häuser zu einem guten Preis zu versteigern“, erklärt Andreas Konen. Am Tag der Versteigerung rechnet er nicht nur mit potenziellen Käufern, sondern vor allem auch mit vielen Schaulustigen. "Das ist kein Problem, das macht die ganze Sache doch erst so richtig spannend", findet Konen. Er betont, dass auch jemand, der bislang noch keine Erfahrungen mit Auktionen sammeln konnte, nicht befürchten muss, dass alles viel zu schnell und hektisch von statten geht. "Im Gegenteil. Uns ist wichtig, dass alles ruhig und einfach abläuft. Vor dem Zuschlag vergewissern wir uns, ob der Bieter auch wirklich kaufen will. Niemand muss Angst haben, dass er übertölpelt wird", unterstreicht Konen. Noch am Tag der Auktion können die Käufer den Vertrag perfekt machen. Ein Notar und Vertreter der Stadt werden anwesend sein, so dass die entsprechenden Verträge gleich vor Ort unterschrieben werden können.

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